{"id":348,"date":"2014-03-18T22:51:55","date_gmt":"2014-03-18T21:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petterssonblog.de\/?p=348"},"modified":"2014-03-18T22:51:55","modified_gmt":"2014-03-18T21:51:55","slug":"pettersson-in-weimar-ein-schones-lied-uber-dinge-die-nicht-schon-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petterssonblog.de\/?p=348","title":{"rendered":"Pettersson in Weimar &#8211; &#8222;ein sch\u00f6nes Lied \u00fcber Dinge, die nicht sch\u00f6n sind&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die einzige Auff\u00fchrung eines Pettersson-Werkes in dieser Saison fand am vergangenen Wochenende in Weimar statt. <a href=\"http:\/\/www.stefansolyom.com\/\" target=\"_blank\">Stefan Solyom<\/a> ist seit 2009 Generalmusikdirektor der Staatskapelle Weimar. Bereits im Jubil\u00e4umsjahr 2011 hat er in Norrk\u00f6ping als Leiter des dortigen Orchesters die 7. Sinfonie aufgef\u00fchrt. Weimar ist ja auch durch Peter G\u00fclke und George Alexander Albrecht mit zwei Pettersson-Protagonisten verbunden &#8211; allerdings ist mir ist nicht bekannt, ob die <a href=\"http:\/\/www.nationaltheater-weimar.de\/en\/index\/spielplan\/stuecke_staatskapelle\/stuecke_details.php?SID=39\" target=\"_blank\">Auff\u00fchrung am vergangenen Wochenende<\/a> nicht doch die erste Begegnung des Orchesters mit Pettersson war. Gelungen erschien das dramaturgische Konzept, einen &#8222;schwedischen Abend&#8220; auszugestalten. Auch wenn die Musik vieler Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts kaum \u00fcber die Landesgrenzen gedrungen ist, lohnt doch eine Begegnung sehr. Ingvar Lidholms &#8222;Kontakion&#8220; war da ebenso eine bereichernde Erfahrung wie die Auff\u00fchrung des 2. Klavierkonzertes von Wilhelm Stenhammar, mit Janos Solyom &#8211; Onkel des Dirigenten &#8211; am Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p>In der Konzerteinf\u00fchrung redeten beide auch in Bezug auf Pettersson Klartext: Stefan Solyom hielt die 7. Sinfonie f\u00fcr ein musikgeschichtlich sehr bedeutendes Werk voller Sch\u00f6nheit, bemerkte aber auch offen, dass er &#8222;ein, vielleicht zwei Sinfonien der f\u00fcnfzehn vollendeten f\u00fcr auff\u00fchrungswert h\u00e4lt, den Rest nicht&#8220;. Dem Orchester habe Solyom das Werk nahegebracht, indem er sagte: &#8222;Spielen sie es wie ein sch\u00f6nes Lied \u00fcber Dinge, die nicht sch\u00f6n sind.&#8220; Weiterhin schloss Solyom Vergleiche aus &#8211; &#8222;Pettersson ist Pettersson&#8220; und beschrieb die Harmonik der Musik wie ein Haus mit &#8222;chromatischen Korridoren&#8220;, in welchem man ab und an ein Zimmer mit einer Tonart erreicht und wieder verl\u00e4\u00dft. Auch der in Schweden sehr bekannte Pianist <a href=\"http:\/\/www.solyom.com\/\" target=\"_blank\">Janos Solyom<\/a> konnte zu Pettersson eigene Erfahrungen beisteuern, er traf den Komponisten einige Male. Aus Solyoms \u00c4u\u00dferungen ging aber auch hervor, dass die Besuche offenbar nicht angenehm verliefen, denn Pettersson war stark von seiner Krankheit gezeichnet und seine Kontakte zur Au\u00dfenwelt waren nicht gerade von einfacher Natur.<\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung der 7. Sinfonie selbst war sehr erfreulich &#8211; zwar war die Weimarhalle zu diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Programm nicht komplett gef\u00fcllt, aber man nahm ein aufmerksames Publikum wahr, dass sich direkter Reaktionen nicht verschloss, Applausverweigerung der Abonnenten bereits bei &#8222;Kontakion&#8220; eingeschlossen. Gro\u00dfen Jubel heimste das Stenhammar-Konzert ein und auch die Pettersson-Sinfonie wurde sehr positiv aufgenommen. Solyom formte mit dem Orchester einen tollen Beginn und fand genau das passende ruhige, in Halben schwingende Tempo, das n\u00f6tig ist, um aus den Anfangsmotiven den Spannungsaufbau zu erzeugen. Dementsprechend kraftvoll und dennoch klar gesetzt wirkten die H\u00f6hepunkte &#8211; nicht immer war da die Balance im Tutti optimal, auch die Platzierung von Trompeten und Posaunen in der rechten Ecke der B\u00fchne wirkte (von meinem Platz aus) eher &#8222;schattig&#8220;. Streicher und Holzbl\u00e4ser kamen sehr gut mit der Partitur zurecht.<\/p>\n<p>Solyom betreute den Fortgang intensiv, allerdings auch im gro\u00dfen Streicherchoral mit ein wenig zuviel romantischem Gestus. Durch ein recht langsames Tempo in den Schlussabschnitten mit den letzten Schlagzeugeinw\u00fcrfen fehlte mir dann die f\u00fcr Pettersson sehr wichtige Spannung des Abgesanges (die ja bereits die Erinnerung der Ersch\u00fctterung in sich tr\u00e4gt) &#8211; ein Weltklasse-Piano in der Piccolofl\u00f6te gemeinsam mit den hohen Streichern im &#8222;singenden&#8220; Schluss machte das aber wett. Somit erlebte ich eine insgesamt \u00e4u\u00dferst spannende Auff\u00fchrung, die auch zeigte, dass die &#8222;Arbeit&#8220; mit diesem sinfonischen Riesenblock niemals aufh\u00f6rt. Je nachdem wie Dirigent und Orchester die Emphase auf Tempofeinheiten, auf die melodisch Linie, auf Attacken oder Ostinati legen, verschiebt sich die Wahrnehmung der Sinfonie enorm. Hervorhebenswert sei auf jeden Fall auch das Engagement der Musiker, die sich um gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Homogenit\u00e4t und genaue Ausformung der &#8222;Statements&#8220; bem\u00fchten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die einzige Auff\u00fchrung eines Pettersson-Werkes in dieser Saison fand am vergangenen Wochenende in Weimar statt. Stefan Solyom ist seit 2009 Generalmusikdirektor der Staatskapelle Weimar. Bereits im Jubil\u00e4umsjahr 2011 hat er in Norrk\u00f6ping als Leiter des dortigen Orchesters die 7. Sinfonie aufgef\u00fchrt. 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